MZK zu WüstenEis:


Mit WüstenEis schließlich machte ich es mir zur Aufgabe, eine Welt aus Interpretationsansätzen heraus zu erschaffen, in deren Aussagen durchaus eine Nuance meiner persönlichen Überzeugungen zur Weltanschauung mit einfließt, und vielleicht bereits dadurch dem Erzählten einen sehr tiefgreifenden Bezug zum Magischen einzuhauchen verstehen. So schildert der Prolog die Schaffensmythologie jener meiner Welt aus einer zweischichtigen Perspektive. Einerseits aus einer okkultistisch-wissenschaftlichen, wie ich sie gerne verwende, um eine verschwimmende Brücke zu errichten zwischen dem, das sich vielleicht mittels naturwissenschaftlicher Ansätze erklären lässt, dem, das ich dazudichte, und jenem, das aus einer Mischform aus beidem entspringt.
Und andererseits aus etwas wie einer romantisch-naturphilosophischen, die auf mehr poetischer Ebene bereits zu Beginn tieferen Einblick in die Entstehungsmythologie Eben~Welts liefert und eine erste Vorstellung der Gesichter von Licht- und Schattenseite des Daseins in dieser Welt und der Art ihres Konflikts bietet. Auf diesem Wege nun nahm ich die Herausforderung an, einen Prolog zu konstruieren, der durch Sprache und Erzählstil ebenso fesselnd ist, wie mitten in die Haupthandlung hineingeworfen zu werden.
Mehrnoch, der durch die weite, gleichwohl zielgerichtete Perspektive, wie er sie eröffnet, den Zweck erfüllt, die Spannung der folgenden Erzählung vorwegzuschmecken, in all ihren Farben in Aussicht zu stellen.

Der Kern der Erzählung nun wird sich in vier Bände (acht Bücher) gliedern, da die Anzahl vier, wie sich dem aufmerksamen Leser bereits im Prolog entpuppt, in meiner Einordnung weniger eine Zahl als vielmehr ein metaphysisches Signum von hehrer Symbolik und Macht darstellt.
Im groben Umriss dreht sich die Handlung um die vier Protagonisten und deren Beschreitung der ihnen (als Beschwörer und Auserwählte der Willensgeister einer Schöpferischen Aura des Lichtwesens: Zirik) eigens zugedachten Erfüllungspfade. Vier heilige Bücher, Seelenschriften, mit deren Hilfe die Gunst eines Rah Kawin (Willensgeistes) zu erbitten möglich ist, führen sie auf diese Pfade ihrer Bestimmung und verhelfen ihnen dazu, die in den entlegensten Winkeln der Welt verschollenen Beschwörungselemente (bei denen es sich um weit mehr als magische Gegenstände handelt) zu finden, von denen es abhängt, die Gunst eines Rah Kawin erfolgreich zu beschwören und dadurch dessen übernatürliche Macht in sich aufzunehmen, auf irdischen Gefilden wirksam zu machen und zu einem höheren Wesen heranzuwachsen.
Für, von jenen Mächten und ihrer Anwendbarkeit im Namen Ziriks, der Aura des Lichtwesens, hängt es zu End ab, den Kampf gegen die Macht der Aura des Schattenwesens, Xarox, einem Boten von Grauen und Verdammnis, um das Schicksal Eben~Welts aufnehmen zu können.
Mithilfe ihrer Listenzunge hatte es jene böse Schöpferaura einst vollbracht, sich eigens eine leibliche, gleichwohl unsterbliche Hülle zu schaffen, die es ihr ermöglicht, in Eben~Welt Gestalt anzunehmen, wodurch ihre Mächte auf irdischen Fluren imstande waren, sich schrecklich zu mehren. So ruht letztlich alle Hoffnung bei den auserwählten Beschwörern und dem Erfolg ihres Wagnisses, die Gunst der Willensgeister zu erringen (einjeder sich aus einem einzigartigen Machtzentrum speisend, ausgestattet mit besonderen Attributskräften), zu voller Stärke zu entfachen und geeint gegen die böse Aura und ihre Schergen der Verdammnis zum Einsatz zu bringen. Tatkräftiger Beistand der echten Naturvölker, wie sie von der Natur selbst und mit Bedacht (nicht von einer fremden Schöpferischen Aura) in jene Welt entlassen wurden, sorgen desgleichen für vielschichtige Nebenhandlungsstränge, die dem Leser ein umfassendes Bild von Geografie, Mythologie und Völkerkunde Eben~Welts vor Augen führen. Einige Herrschaftshäuser dieser Völker haben jedoch mit ihren ganz eigenen Intrigen und Fehden um die Vormachtstellung in den jeweiligen Ländern zu kämpfen, und es wird sich zeigen, zu welcher Art Bündnis sich manch ein Fürstenhaus in schwierigen Zeiten noch hinreißen lässt.


Der erste Band -Losbruch der Weltenläufte- folglich erzählt vom Aufkommen der Beschwörer und ihrem Unterfangen, sich der Bücher zu bemächtigen. Eingebettet in Xarox' ersten, großen Feldzug seines heraufziehenden Krieges der Verdammnis, den er weitab seiner eigenen Grenzen in Gang setzt, widerfährt den Auserwählten der Wink ihrer Berufung.
Zur Mitte des zweiten zirkiandischen Zeitalters und im hohen Norden Eben~Welts, im Land der Himmelsberge: Rah, der Heimat der Zirkiander (das eine Volk aus Ziriks Schöpfung) und der Krumbadul (ein nordisches Zwergenvolk), lässt Xarox seinen ersten Feldzug einfallen. Denn der Schöpfer der Verdammnis (Xarox) weiß, dass er dem Zirkiander (dem Volke, in dem er seine Widernatur sieht) mit allen Mitteln erschweren muss, die Beschwörer der Rah Kawin zu erkennen.
Doch Xarox weiß auch um die Schwächen der Zirkiander, eines gottgeschaffenen Volkes, das sich, nicht zuletzt durch aufkommenden Hochmut der Gewissheit ihrer hehren Abstammung, einst selbst verunglimpfte.
Im vergangenen, ersten Zeitalter nach zirkiandischer Zählung brachen unter ihnen heftige Stammeskriege aus, die Zirik nur durch einen Verstoß gegen die Weltenordnung unterbinden konnte. Und wenngleich das Volk während der ersten Hälfte seines zweiten Zeitalters nun zu einem redlichen, starken Schlag heranwuchs, wittert Xarox doch im Stolze der Zirkiander, und dem einstigen Verstoß ihres Gottes gegen die Weltenordnung, seine Gelegenheit, die Schicksalswege Eben~Welts zu seinen Gunsten auszurichten. Gleichwohl weiß der Schöpfer der Verdammnis um jene zirkiandischen Eigenschaften, die er von Beginn an zu fürchten hat, welche sie in der Glut der Stammeskriege zu schmieden verstanden. Das Zirkundoka, die Lehren der drei Kriegergilden des Volkes, wurde auch im zweiten Zeitalter zirkiandischer Zählung nicht vergessen und wird in den Händen eines gottgeschaffenen Volkes zu ihrer wirkungsvollsten Waffe, den Mächten einer Aura des Schattenwesens ein wenig an bitterem Trotz entgegenzubringen, den Auserwählten ein wenig Raum zu verschaffen, den Beginn ihrer Wege zu finden.
Xarox allerdings ist bis hin zu jener Zeit, dem Einstieg der Erzählung, gleichermaßen nicht untätig geblieben, was die Mehrung seiner Mächte betrifft. Ja, in seinem eigenen Reiche Dorgot (Wüstennacht), wie er es sich einst ergriffen, konnte er zu beachtlicher Stärke finden und ist in der Lage, seine betörenden Mächte des schwarzen Hexenzaubers bis weit über die Grenzen seines eigenen Reiches greifen zu lassen.
So ist der Weg der Auserwählten von Beginn an eine auf der Schneide des Schicksals stehende Gratwanderung zwischen von der Zuversicht der Berufung bestimmten Höhenflügen und derben Rückstößen im Angesicht der schieren Kraft von Folterwillen und Zerstörungslust, wie sie durch die Geistesstärke der Aura des Bösen, des Schattenwesens, mit Gewalt in allen und ohne Zwang in jenen stumpfsinnigen Wesen hervorzurufen ist, die der Zunge von Bosheit und List leichtfertig Gehör schenken.


Aus wahrer Freude und der Absicht, Eben~Welt und ihren Bewohnern Tiefe zu verleihen wie lebendigen Charakter einzuhauchen, fertige ich geografische Karten von Ländern und Regionen an, zeichne Charaktere und erdichte Sprachenfundamente wie kulturell vertiefte Gesellschaftsmerkmale. Bei einigen, mehr im Zentrum des Geschehens stehenden Völkern geschieht dies ausgereifter und kann mit der Zeit in für sich stehenden Verzeichnissen gesondert zusammengefasst werden. Bei anderen, mit Bestimmtheit von nicht minder anziehend verwegener Wesensart hingegen, muss es, aufgrund der Fülle von zu bearbeiteten Themen, mit ein paar im rechten Moment ausgesprochenen Flüchen ihrer derben Mundart beispielsweise oder der Beschreibung fantastisch charakteristischer Tagewerke sein Bewenden haben.

                                                                                                                                                     MZK